Mittwoch, 20. April 2011


Ach, ich, mein, wo man schonmal n Blog hat.

Das letzte Posting ist über zwei Jahre her, und das einzige rezente Lebenszeichen sind die Comicbeiträge für das jährliche PONY X PRESS-Hefterl. War turbulent, die letzte Zeit, und manchmal sind andere Dinge wichtiger als Comics. Ich habe inzwischen die Wohnung gewechselt, einen anderen Familienstand, und vier Tiere. Ich habe ausserdem einen schicken ICOM-Preis für TARA bekommen, der mir wiederum traumhafte Illustratorengigs bei einem sehr netten Kölner Verlag verschafft hat. Wer weiss, wohin dieser Weg mich noch führt.

Bislang schon erschienen ist Michel Birbaeks sehr amüsantes MÄDCHEN UND ANDERE KOMISCHE DINGE, das ich illustrieren durfte. Für das geniale Cover kann ich keinen Credit beanspruchen, habe zwar das Motiv und eine Vorzeichnung geliefert, aber die geniale Kolo ist von meinen sehr bewunderten lieben Kollegen GEIER, einem der versiertesten Comiczeichner
Deutschlands. Nichtsdestotrotz freue ich mich natürlich wie DOOF, dass meine Zeichnungen in der Amazon-Rezi lobend erwähnt werden.

Es ist bereits ein zweiter Band in der Mache, in der Michel auch einige Geschichten späterer Zeiten aufarbeitet, wie die erste Band und einen grotesken Drehbuchjob für einen TV-Actionfilm. Ich habe schon einige nette Comicideen für das Buch, und kann nur hoffen, dass der - übrigens großartig nette - Michel mit meiner Darstellung seiner Person zufrieden ist ....

Donnerstag, 23. Juli 2009

Was mir aus dem Ohren hängt

Aktuell gesehen / gelesen:

  • 9to5
  • Auf der Suche nach dem Gedächtnis
  • My inner Bimbo von Sam Kieth
  • Walden von David Thoreau
  • Schöner wirds nicht von David Sedaris (Hörbuch)
  • Würdest du bitte endlich still sein, bitte von Raymond Carver
  • The Wire, zweite Season
Vor Jahren las ich im bemerkenswerten STORY von Robert McKee ein Zitat, das mir keine Ruhe mehr lies: "Die Mehrheit der Menschen lebt in einem Zustand stiller Verzweiflung". Ich stöberte den Autor auf und stieß so auf den Klassiker WALDEN von David Thoreau. Eine Hymne und ein Plädoyer für das einfache, reduzierte Leben, frei von dem Lärm und den Ablenkungen des modernen Lebens, ganz nah an der Natur und seinen einfachen, reinen Freuden.

Ich lese das Buch mit Vorliebe, während ich neue MP3s und Videos auf mein Handy lade.

Hanif Kureishi schrieb dereinst, man erkenne Teenager daran, dass ihnen Kabel aus den Ohren hängen. Mir hängen sie jetzt auch. Ich tröste mich damit, dass ich zumeinst tiefgrabende Literatur höre. In den düsteren Stunden nach einem entwürdigenden Tag indes greife ich zu dieser ausgesprochen erfreulichen Szene aus DEADWOOD, die nie verfehlt mein Herz tanzen zu machen, starring Al Swearengen, meinen Lieblingsbösmann aus dem HBO-Universum, und seinem chinesischen Drogendealer WU, der hier das ganze Potential der drei englischen Wörter auschöpft, die er kennt.



Es ist Sommer, mir scheint die Sonne aus dem Hintern und ich bin leicht zu erfreuen. Wirf den ersten Stein.

Be good, Frank

Donnerstag, 9. Juli 2009

Michael Jackson, who can sing and is a good looking guy


Och, MÖNSCH, gibt es denn nur noch betüfftüffte Sissies mit laffen Händedrücken auf der Welt? Heute morgen titelte die Online Ausgabe von WELT.DE "Michael Jackson hat ein bisschen Hölle verdient", worauf eine blindwütige Hasstirade über MJ und seine "verlogene" Trauerfeier folgte, wo sogar Kinder instrumentalisiert wurden, um einen Schwarzen zu feiern, der noch nicht mal schwarz war. PRIMA, dachte ich, endlich mal ein Blatt, dass noch mit einem vernünftigen RASSISCHEN BEWUSSTSEIN schreibt und noch nicht von der zionistischen Weltverschwörung korrumpiert worden ist! Aber, ach nun je, schon wenige Stunden und 10.000000 Leserkommentare später hiess es nur noch "Michael Jackson hat ein bisschen Fegefeuer verdient", und jetzt, am Abend des 9.Juli, gibt es sogar zu der Feier selbst nur noch halbwegs versöhnliche Töne. Die Abrechnung mit Jackson selbst scheint komplett verschwunden. WTF? Wo sind die Männer, die noch auf der journalistischen Harley mit 200 Sachen in die Wand fahren? Nun, WENN, dann schreiben sie sicher für die "Welt".

Jetzt ist also eine der größten Tragikomödien zuende gegangen. Ich weiss nicht, ob es meine angeborene Sentimentalität war, oder eben doch der Respekt vor einem sehr großen Künstler, aber ich musste die Trauerfeier sehen, und ich fand sie, wenn es mal um die Person ging, sehr, sehr beeindruckend. Ich kann aus dem Stand Dutzende und Aberdutzende von Musikern nennen, die ich beeindruckender und talentierter finde, aber es fühlt sich immer noch ungewohnt an, in einer Welt zu leben, in der Michael Jackson nicht mehr da ist.

Meine eindringlichste Erinnerung, von den wenigen die ich an MJ habe, war seine Konzertübertragung irgendwann Ende der 90er, HIStory muss es gewesen sein oder whatnot. Ich wohnte in einer WG, und Christoph, der nur Dinosaur Jr. hörte, und Jens, der nur Soundgarden hörte, und ich, der nur Van Halen hörte, versammelten uns vor dem größten Fernseher der Wohnung und wohnten gebannt und fasziniert einem beeindruckenden Konzert eines großartigen Entertainers bei.

Jahre später sah ich das Feature dieses Journalisten, der über mehrere Wochen Jackson begleitete, seinen Alltag teilte und in langen, persönlichen Gesprächen ein ehrliches Bild von MJ zu zeichnen in der Lage war, und jeder, der es gesehen hat, verstand eine Sache: Der Typ ist wirklich innerlich keinen Tag älter als 11 Jahre. Sagen wir 12. Und vor diesem Hintergrund muss man alle seine Handlungen bewerten, wenn ihr versteht, was ich meine. Man kann bestimmte Dinge an ihm belächeln, aber ich glaube nicht, dass uns ein Urteil über ihn zusteht.

Ich war nie Fan, und ich hatte höchstens mal "Thriller" (neben PURPLE RAIN die einzige Popplatte meiner hart rockenden Adoleszenz) ...

Aber es wird für mich noch einige Zeit ungewohnt sein, dass er nicht mehr dabei ist.

Mittwoch, 8. Juli 2009

SCHGEBDAGLEISCH " ÄHNLICH"!

Meine Fresse ist in letzter Zeit in verschiedener Weise zeichnerisch interpretiert worden, was mich mit Stolz und einem Funken GRAM erfüllt.

Der Karikaturist aus Holland, der zum Anlass "unseres" 25jährigen Bestehens über mein Gesicht herfiel, lässt mich aussehen wie ein fülliger Irischer Kneipenwirt. Frei nach FiL, "Ich bin nicht sicher, ob mir die Sache gefallen will".



Vor allem mahnt es die Leibesfülle an, leider einer der vielen Nebenwirkungen der intensiven 7monatigen Arbeit an TARA, mit ohne Sport und Bewegung jeder Art, dafür Hektolitern und Terrakilos an MARTINI ROSSO und belgischer Schokolade (gegen Deadlinepanik). Nachdem die Lektüre des Klassikers SCHLANK IM SCHLAF FÜR BERUFSTÄTIGE keine merkliche Besserung erzielte, versuche ich es jetzt mit ayuverdischer Trennkost. Spätestens zu Erlangen 2010 will ich wieder aussehen wie Peter Pan.

Weitaus mehr im Reinen bin ich mit der Renderung meiner lieben Kollegin Sarah Burrini, die auf ihrem Blog unter anderen liebevoll nachzeichnet, wie Stunden vor der ICOM-Verleihung mit Andeutungen auf meinen Nerven geschabt hat wie auf einer Schiefertafel .... (auf das Bild klicken, um den Toon in Gänze zu sehen)



Man sieht sich ....

Sonntag, 5. Juli 2009

In other news

  • TARA wird nun vom MEDIEN SERVICE WUPPERTAL vertrieben und kann also, so Gott und die Comichändler wollen, in Kürze überall in Deutschland aus dem Regal gefischt werden.
  • Der Nachfolger von TARA wird den Titel DAS GEGENTEIL VON TOD tragen und laaaaang werden. "Lang" like in "Craig Thompson-lang". Da ich nicht nochmal einen solchen Kollaps erleben möchte wie nach Tara, ist es schätzungsweise Erlangen 2012 soweit. Bis dahin sollte ich das Geld für den Druck zusammen haben.
  • These Foots are made for talking: Die neueste Anschaffung im Rahmen meiner Aktion "Geräte statt Romantik" ist das Touchscreen-Handy LG KG900. Ich weiss zwar noch nicht, wie ich damit Anrufe empfangen kann, aber ich habe schon ein kleines Filmchen von meinen Füßen aufgenommen. Mit Ton.
  • Dass Otto Waalkes das Hallengedönse satt hat und ganz lo-fi mit dem Handy aufgenommene Fingerstyle-Videos auf YOUTUBE präsentiert, nimmt mich sehr für den Knaben ein. Und was ist das bitteschön für ein unglaublicher Gitarrist.

Zack and Miri

Sir, vergebt mir. Ich bin ein vulgärer Mensch.
Mozart in Milos Formans "Amadeus"

I swallow!
I swallow!!
I swallow!!!!!
I SWALLLLLLLOOOOOOWWWWWW!!!!!!!!!

Faith No More, "Be agressive"



Was für ein GLÜCK, das Kevin Smiths letzter Film ZACK AND MIRI MAKE A PORNO bereits als reguläre DVD im deutschen Handel ist und ich nicht gezungen war in unwürdigster Weise Freunde zu beknien, dass sie mir das Ding aus dem Internet beschaffen! Gott weiss, ich hätte mich nicht mehr im Spiegel betrachten können.

Mtja.

Ich bin bereits mit tiefgerunzelter Stirn in den Film eingestiegen, denn die Storyidee ist von wirklich monströser Abwegigkeit: Eine attraktive junge Frau und ihr dicklicher Slackerkumpel sind pleite und beschliessen, einen selbstgemachten Porno zu drehen, dessen Verkauf alle ihre Geldsorgen beseitigen wird. Man muss in einem besonderen Geisteszustand sein, um diesen Aufhänger für eine gute Idee zu halten. Ich denke, der allgegenwärtige Teenager in Kevin Smith hat einfach extatisch gequietscht bei der Vorstellung, wieviele Möglichkeiten für, sigh, Sex und Humor die Story beinhalten würde.

Das Wort SWALLOW fällt in diesem Film gefühlt in jedem zweiten Satz, aber am meisten schlucken muss der Betrachter, und zwar die Entwicklung des Plots, der, wie gesagt, bereits auf 10 von 10 der Hanebüchen-Skala beginnt und in seinem weiteren Verlauf weder Mutter noch Vater kennt. Die erste halbe Stunde indes - die Einführung in die Charaktere, ihre Beziehung und ihre Situation - fand ich sehr charmant und witzig, und genauso ging es mir bei ANANAS EXPRESS und SUPERBAD. Der Rest ist definitiv zumindest unterhaltsam, es gab einige Lacher (ich bin aber eh leicht zu erfreuen) und ganz am Schluss sieht man, endlich, ENDLICH, den Penis von Jason Mewes.